Herausforderungen im Lebenszyklus eines Unternehmens

Ähnlich wie Lebewesen bestreitet ein Unternehmen von der Entstehung an einen Lebenszyklus, der sich in vier Phasen unterteilen lässt: Gründung, Wachstum, Entwicklung und Revitalisierung bzw. Degeneration. Die Gründungsphase besteht darin, eine zündende Idee in eine erfolgsversprechende Organisation zu verwandeln. In der Wachstumsphase festigt ein Unternehmen seine Stellung am Markt, generiert Umsätze und steigert die Zahl der Mitarbeitenden. Im Rahmen der Entwicklungsphase gewinnt das Unternehmen zunehmend an Stabilität und hat Raum für Weiterentwicklungen. Die vierte Phase beinhaltet eine Neuorientierung des Unternehmens, sei es durch eine neue Ära in der obersten Etage oder aber durch eine Auflösung.

Herausforderungen von KMU

In jeder dieser Phasen braucht es spezifisches Wissen, um bevorstehende Herausforderungen erfolgreich meistern zu können. Besonders kleine und mittlere Unternehmen (KMU) können einen Grossteil dieser Aufgaben nicht inhouse bewältigen, da Expertenwissen aber auch die thematische Affinität fehlen. Mit einem prozentualen Anteil von 99% stellen kleine und mittlere Unternehmen (unter 250 Mitarbeitenden) in der Schweiz allerdings die überwältigende Mehrheit dar – wie bestreiten also diese Unternehmen ihren Lebensweg?
Wir erklären Ihnen in diesem Artikel, welche Meilensteine Unternehmen in ihrer Entwicklung nehmen und an wen sie sich wenden können, um Expertenwissen einzuholen.

Gründung einer Firma

Mit der Entwicklung eines Unternehmens fällt der Startschuss. All die Ideen und Überlegungen, die in die eigene Vision und einen erfolgsversprechenden Business-Plan geflossen sind, nehmen im Gründungsprozess Form und Gestalt an.

Strategie und Planung

Hier warten bereits erste Hürden auf frisch gebackene Gründer:innen. So liegt neben der Positionierung am Markt und der strategischen Ausrichtung ein besonderes Augenmerk auf der Finanzierung. Wie viel Eigenkapital bringen Sie in die Firma ein? Ist Ihr Business geeignet, um von staatlichen Förderprogrammen zu profitieren? Die Bedeutung einer fundierten Liquiditätsplanung wird häufig unterschätzt. Aber auch Steuerfragen rücken in den Fokus: Welche Kosten im Zusammenhang mit der Firmengründung lassen sich steuerlich absetzen? Welcher Standort macht aus strategischer und steuerrechtlicher Sicht Sinn? Mit diesen Überlegungen legen Sie den Grundstein Ihrer Tätigkeit.

Wahl der geeigneten Rechtsform

Aber auch die Wahl der Rechtsform sollte wohl überlegt sein, denn nicht jede Rechtsform passt zu jedem Unternehmen. In der Schweiz treten KMU am häufigsten als Einzelfirma, Aktiengesellschaft (AG) oder als Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) auf.

Wichtige Fragen für die Wahl der passenden Rechtsform sind unter anderem:

  • Wie hoch ist der Kapitalbedarf?
  • Wie hoch fällt das Unternehmerrisiko bzw. der finanzielle Einsatz aus?
  • Werden Einkünfte und Vermögen des Unternehmens und Eigentürmers getrennt oder zusammen betrachtet und versteuert?Welche Sozialversicherungen werden angestrebt?

Gemäss KMU-Portal des SECO unterscheiden sich die Rechtsformen entlang der Kriterien Kapital, Haftung, Unabhängigkeit, Steuern und soziale Sicherheit:

Kapital: Gründungskosten, Kapitalbedarf und vorgeschriebenes Mindestkapital unterscheiden sich je nach Rechtsform

Haftung: Hier gilt: Je höher das Unternehmerrisiko bzw. der finanzielle Einsatz, desto mehr spricht es für eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung.

Unabhängigkeit: Die Rechtsform tangiert ausserdem die Unabhängigkeit und Flexibilität der Firma und hängt unter anderem davon ab, ob Sie alleine /mit Partnern arbeiten wollen und ob Sie reine Kapitalgeber/mitgestaltende Partner wählen.

Steuern: Die Gesellschaftsform entscheidet darüber, ob Geschäftseinkünfte und -vermögen des Unternehmens und des Eigentümers getrennt oder zusammen besteuert werden. Erfahrungsgemäss werden hohe Gewinne bei Personengesellschaften oder Einzelunternehmungen höher versteuert als bei Kapitalgesellschaften.

Soziale Sicherheit: Je nach Rechtsform sind einige Sozialversicherungen obligatorisch, freiwillig oder sogar inexistent. Inhaber von Einzelfirmen sind beispielsweise nicht gegen Arbeitslosigkeit versichert und treten freiwillig in die Pensionskasse ein. Im Rahmen einer AG und GmbH werden geschäftsführende Unternehmende als angestellt betrachtet und sind daher sozialversichert.

Über Steuersitze und Ausstiegsklauseln

Junge Unternehmen, die zunächst Kosten einsparen und auf ein eigenes Büro verzichten möchten, können einen Domizilservice in Anspruch nehmen. Dieser ermöglicht eine repräsentative Geschäftsadresse («Steuersitz»), an der Firmen immer erreichbar sind, ohne vor Ort sein zu müssen. Auch können telefonische Kundenanfragen, Sekretariatsarbeiten, Urlaubsvertretungen und die Verwaltung der Post übernommen werden. Falls auch Sie über einen Domizilservice nachdenken, zögern Sie nicht, uns zu kontaktieren.

Besteht Ihre Firma aus mehreren Gründern, sollten fundamentale Vereinbarungen vorab schriftlich fixiert werden. Legen Sie also fest, was im Falle einer Auflösung beim Verkauf der Firma passiert oder wie der Ausstieg einzelner Gesellschafter zu erfolgen hat (Ausstiegsklausel). Aber auch für den Fall einer Scheidung von Gesellschafter:innen ist festzulegen, was mit den Firmenanteilen geschieht. Die Heimatt Gruppe arbeitet in vielen Rechtsfragen erfolgreich mit der Advokatur Sury zusammen, um KMU auf ganzer Linie betreuen zu können.

Wachstumsphase eines Unternehmens

In der Wachstumsphase erkennt ein Unternehmen seine spezifischen Kompetenzen und hat erste Erfolge am Markt erzielt. Ein deutliches Umsatzwachstum zeichnet die Wachstumsphase aus.

Einstellungsprozesse in Zeiten von Fachkräftemangel

Mit der laufenden Geschäftstätigkeit wird in der Regel zusätzliche personelle Unterstützung benötigt und es kommt zur Einstellung neuer Mitarbeitender. Aber wie findet man in einer Zeit knapper Fachkräfte geeignetes und qualifiziertes Personal? Fachkräftemangel ist nach wie vor einer der größten Wachstumshemmnisse im Mittelstand. Laut einer Umfrage der Unternehmensberatung Ernst & Young, haben rund 80% der befragten Unternehmen Schwierigkeiten, geeignete Mitarbeiter zu finden. Durch gezieltes Employer Branding machen Sie Ihre Firma zu einem attraktiven Arbeitgeber und stärken Ihr Image. Dies erleichtert die Entscheidungsfindung qualifizierter Mitarbeiter zu Ihren Gunsten. Der Rekrutierungsspezialist der Heimatt Gruppe Olaf Wernas unterstützt KMU in puncto Employer Branding unter anderem mit einem Assesment Tool (MPA).

Ist ein:e geeignete:r Kandidat:in gefunden, wird ein Arbeitsvertrag und unter Umständen auch ein Personalreglement verfasst, um sowohl die Firma, als auch die Angestellten rechtlich abzusichern. Welche Elemente sollten hier enthalten sein?
Unter anderem Arbeitszeit, Ferien, Überstunden sowie finanzielle Aspekte wie Spesen und berufliche Vorsorge und auch Regelungen für Krankheit, Unfall, Militärdienst und Schwangerschaft werden dort geregelt. Unsere Netzwerkpartnerin, Monika Lütolf, ist spezialisiert auf Arbeitsrecht und unterstützt uns und unsere Kundinnen und Kunden.

Fachrläftemangel betrifft viele KMU

Zudem steht die Anmeldung der Angestellten bei der AHV-Ausgleichskasse und der Abschluss der obligatorischen Versicherungen für BVG und UVG an. Neben versicherungstechnischen Themen wird ausserdem der Aspekt Vorsorge relevant. Was ist die ideale Pensionskassenlösung für Ihr Unternehmen? Ab wann und wie lange übernimmt die Versicherung das Krankentaggeld? Mit Weibel Hess und Partner hat die Heimatt Gruppe einen kompetenten Experten an ihrer Seite.

Prozesse und Strukturen etablieren

Darüber hinaus festigen sich in der Wachstumsphase Prozesse und Strukturen im Unternehmen. Sie hinterfragen bestehende Entscheidungsprozesse, Ihre Art zu führen oder die Aufgabenverteilung im Team. Unser Experte aus der Organisationsentwicklung Joël Lachat, MBA Strategisches Management & Leadership, nimmt sich genau dieser Themen an.

Zudem werden Sie sich sicher Gedanken über die erforderliche Hard- und Software machen: Mit welcher Software werden beispielsweise Rechnungen erstellt? Wie kann die Digitalisierung des Rechnungs- und Buchhaltungssysteme erfolgen? Welche Systeme unterstützen das tägliche Geschäft am effizientesten, sind intuitiv zu bedienen und denken für Sie mit? Sind die nötigen Skills vorhanden, um diese Themen auch inhouse anzugehen? In puncto Hard- und Software vertrauen wir auf die Expertise unseres Netzwerkpartners unified networks AG.

Digitale Sichtbarkeit

KMU Website

Durch die fortschreitende Digitalisierung und das Home Office sind strukturelle Anpassungen notwendig, um Ihren Mitarbeitenden ein digitales Umfeld und somit einen ortsunabhängigen Zugriff zu gewähren. Aber nicht nur die Arbeitsweise erfordert ein digitales Mindset, sondern auch der eigene Auftritt. Ohne einen adäquaten Onlineauftritt geht es heutzutage kaum noch: In einer Zeit, in der die Suchmaschine viele wichtige Fragen beantwortet und Nutzer:innen passende Firmen vorschlägt, braucht es eine digitale Visitenkarte. Wer wachsen möchte, sollte digitales Marketing und die eigene Sichtbarkeit im Internet nicht vernachlässigen. Eine Studie der Salesforce bestätigt diese Tendenz: So haben 2021 72% der befragten KMU ihre digitale Präsenz intensiviert.

Outsourcing: Beispiel Buchhaltung

Sie sehen lauter Fragezeichen, wenn es um das Thema Buchhaltung geht? Damit Geschäftsführer:innen sich auf strategische Aufgaben konzentrieren können, werden Sie vermutlich Personal für die Buchhaltung einstellen. Zu Beginn ist es jedoch sinnvoll, diese Aufgaben auszulagern und einem Steuerberater zu überlassen. Da sich der Arbeitsaufwand zunächst in Grenzen hält, lohnt es sich zu Beginn (noch) nicht eine dedizierte Stelle zu schaffen. Durch das Outsourcing sparen Sie Fixkosten sowie Verantwortung und können zunächst die Wachstumsphase abwarten, bevor Sie sich personell binden.

Entwicklungsphase eines KMUs

Ist das Unternehmen erfolgreich gewachsen und hat sich etabliert, geht es in die Entwicklungsphase über. In dieser Phase des Lebenszyklus ist das Unternehmen fähig, einen Kapitalstock aufzubauen und sich selbst zu tragen. Auch Investitionsüberlegungen zur Weiterentwicklung gewinnen an Bedeutung. Zum Beispiel werden neue Märkte in Betracht gezogen oder neue Produkte entwickelt, um den Kundenstamm zu erweitern.

Steuern sparen und Risiken minimieren

In der Entwicklungsphase rücken zudem Aspekte der Steueroptimierung erneut in den Fokus. Wie lassen sich Steuern einsparen? Was kann steuerlich geltend gemacht werden? Diese Potentiale gilt es zu nutzen. Viele Unternehmen erweitern ihre Aktivitäten in dieser Phase des Unternehmenszyklus auch auf ausländische Märkte. Informieren Sie sich über die Mehrwertsteuer im internationalen Kontext. Die Experten der Heimatt Gruppe stehen Ihnen bei Bedarf in allen Steuerfragen mit Rat und Tat zur Seite.

Vermutlich werden Sie im Laufe Ihrer Geschäftstätigkeit auch Kontakt zu einem Revisor und der Wirtschaftsprüfung haben. Revisoren werden häufig als Störfaktor betrachtet. Ihr Ziel ist es jedoch das Risiko eines Unternehmens zu minimieren. Dies könnte z.B. frühzeitiges Erkennen einer Unterbilanzierung sein, damit das Unternehmen gar nicht erst in eine finanzielle Schieflage gerät. Aber auch für Stakeholder jeglicher Art wie den Staat, Schuldner, Aktionäre, Verwaltungsrat, Banken oder die Steuerbehörde ist die Erstellung eines Prüfberichts durch den Wirtschaftsprüfer essenziell. Stakeholder können sich so darauf verlassen, dass der Fortbestand des Unternehmens gesichert ist und es seinen Verpflichtungen nachkommen kann. Dies wird unter anderem bei einer Finanzierungsrunde spannend.

Ob ein Unternehmen zur ordentlichen oder eingeschränkten Revision verpflichtet ist oder sogar vollkommen davon befreit, hängt von verschiedenen Kriterien wie bspw. dem Umsatz ab. Weiterführende Informationen finden Sie auf der Webseite der Schweizerischen Eidgenossenschaft.

Degeneration/Revitalisierung

In der letzten Phase befindet sich ein Unternehmen entweder in der Degeneration (Rückgang) oder Revitalisierung (Erneuerung). Rückläufige Umsatzzahlen über einen längeren Zeitraum hinweg geben beispielsweise Anreiz, zu reinvestieren oder zu verkaufen. Aber auch ein bevorstehender Ruhestand erfordert Handlungsbedarf.

Sie sind Inhaber eines Familienunternehmens in zweiter Generation, haben selbst jedoch keine:n Nachfolger:in in der Familie, der oder die Ihre Tätigkeit übernehmen wird? Dann zählen Sie zu den knapp 90.000 Schweizer Firmen, für die eine Nachfolgeregelung bevorsteht. Eine geeignete Nachfolge für das eigene Herzensprojekt zu finden, ist ein höchst emotionales und interdisziplinäres Vorhaben. Neben einer meist mehrjährigen Planungsphase, um das Unternehmen auf einen Verkauf vorzubereiten («Fit for Transaction»), warten weitere herausfordernde Aufgaben, wie der Umgang mit stillen Reserven, den passenden Käufer finden, Steuerfragen, Erbschaftsthemen oder aber das Ausarbeiten der Verträge.

Stefan Heini, Geschäftsführer der Heimatt Gruppe, hat bereits viele Unternehmen auf ihrem Weg zur Unternehmensnachfolge begleitet und ist Ihr Experte auf diesem Gebiet.

Fazit

Die vier Phasen auf dem Lebensweg eines Unternehmens verdeutlichen vor allem eines: Unternehmen sind stetig mit neuen Herausforderungen konfrontiert, die ein hohes Mass an Fachwissen erfordern. Unsere Erfahrung zeigt, dass der Administrationsaufwand für KMU unverhältnismässig hoch ist, sobald eine externe Firma pro Disziplin konsultiert wird. Eine IT-Firma, Steuerberatung, etc. – wer kann da noch den Überblick behalten? Daher haben wir uns zum Ziel gesetzt, KMU eine 360 Grad Betreuung zu bieten und sie interdisziplinär zu begleiten. Während die Heimatt Gruppe viele betriebswirtschaftliche Disziplinen selbst abdeckt, ist es auch für uns unmöglich Alleskönner zu sein. Deshalb arbeiten wir in gewissen Bereichen mit Netzwerkpartnern zusammen.

Wenn auch Sie vor Ihrer nächsten Herausforderung stehen und einen Rat benötigen, kontaktieren Sie uns gerne.

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